Zwei Fingerbreit unterhalb des Bauchnabels liegt das Qi, das Kraftzentrum der Lebensenergie - das jedenfalls glauben die Chinesen. Deshalb praktizieren sie seit mehr als 4000 Jahren Qi-Gong, eine Kombination aus Atem-, Bewegungs- und Meditationsübungen. Die harmonisch fliessenden Bewegungen, der Wechsel von Anspannung und Entspannung sind das ideale Anti-Stress-Programm.
Auch wenn es sich bei Qi-Gong um eine Bewegungstherapie handelt, spielt der geistige Aspekt eine zentrale Rolle. Alle Übungen werden von der Vorstellung begleitet, dass sich beim Einatmen der Körper mit Qi, also der Lebensenergie, füllt. Die Energie fliesst dann durch die Energiebahnen des Körpers, den Meridianen. Qi-Gong gehört zu den wenigen Therapieformen in der traditionellen chinesischen Medizin, die Gefühle berücksichtigt. Die psychische Verfassung spielt eine wichtige Rolle und so werden alle Übungen ganz individuell abgestimmt, völlig unabhängig vom Alter. Qi-Gong Übungen können im Liegen, Sitzen, Stehen und Gehen ausgeführt werden. Die Grundpositionen sind leicht zu erlernen und fast überall zu praktizieren. Am bekanntesten ist das so genannte Spiel der fünf Tiere, die entsprechend ihren Eigenschaften, den fünf Elementen zugeordnet werden. So steht der behäbige Bär für die Erde, der anmutige Kranich für Metall, der geschmeidige Affe für das Wasser, der kraftvolle Tiger für Holz und der dynamische Hirsch für Feuer.
Die Bewegungen dieser Tiere werden nachgeahmt. So können Vorstellungs- und Ausdruckskraft trainiert und Emotionen auf spielerische Weise ausgedrückt werden. Dies ist ideal, um angestaute Aggressionen los zu werden.
Qi-Gong verleiht Ruhe, Entspannung und Gelassenheit. Die Bewegungen wirken positiv auf das Nerven und Kreislaufsystem und stärken die Abwehrkräfte. Ausserdem helfen die Übungen bei Schlafstörungen, Erschöpfungszuständen, Nervosität, Bluthochdruck, Rücken- und Gelenk- beschwerden. Kurse werden in diversen Kampfkunstschulen, Volkshochschulen oder ausgewählten Fitness-Studios angeboten.
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